Über Barbara Zeschmar-Lahl

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Working Paper verfügbar: „Additives for plastics recycling – Need for more transparency“

13. Mai 2026

2025 haben wir im Auftrag eines Kunststoffrecyclers eine Untersuchung durchgeführt, um die chemische Zusammensetzung und die allgemeine Formulierung von Additiven zu ermitteln, die beim mechanischen Recycling von Post-Consumer-Kunststoffen zum Einsatz kommen. Erste Ergebnisse wurden 2025 in der deutschen Fachzeitschrift „Müll und Abfall“ veröffentlicht (siehe News vom 11. Juli 2025 und Bezugsmöglichkeit beim Erich-Schmidt-Verlag).

Angesichts der Aktualität dieses Themas und der anstehenden Diskussionen auf EU-Ebene, unter anderem zur Kreislaufwirtschaft, haben wir ein Arbeitspapier für alle Interessierten erstellt, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

Präsentation zum PFAS-Vortrag auf der IFAT 2026 verfügbar

6. Mai 2026

Prof. Dr. Uwe Lahl hat auf der IFAT am 4.5.2026 in München  im Rahmen der Session Removal and destruction of PFAS from contaminated water streams by adsorption on activated carbon and subsequent reactivation of the saturated activated carbon einen Vortrag gehalten zum Thema Aktueller Stand der EU-Chemikalienregulierung – die besondere Bedeutung der Stoffgruppen-Bündelung („grouping“) am Beispiel von PFAS.

Schon vor 20 Jahren haben wir auf die besonderen Risiken der Substanzgruppe der organischen Fluorverbindungen hingewiesen (Fricke & Lahl). Damals hießen die gefährliche Einzelverbindungen PFOS oder PFOA. Sie wurden mittlerweile verboten. Aber die Ersatzstoffe, die aus der gleichen Substanzgruppe genommen wurden, erwiesenn sich im Nachhinein als nicht weniger gefährlich. Heute sind die Belastungen der Menschen so hoch, dass Wissenschaftler Alarm schlagen. Der Vortrag ist zum einen ein Blick zurück mit der Frage, wie diese Entwicklung passieren konnte. Zum anderen blickt er auch nach vorn und schildert die Anstrengungen der europäischen Gesetzgeber, die Notbremse zu ziehen.

Unten finden Sie den Link zum Download der Präsentation.

Präsentation

Vorschau auf die IFAT 2026, München, 4. Mai 2026

27. April 2026

Prof. Dr. Uwe Lahl wird auf der IFAT am 4.5.2026 in München auf der Blue Stage (B2) im Rahmen der Session Removal and destruction of PFAS from contaminated water streams by adsorption on activated carbon and subsequent reactivation of the saturated activated carbon einen Vortrag halten zum Thema Aktueller Stand der EU-Chemikalienregulierung – die besondere Bedeutung der Stoffgruppen-Bündelung („grouping“) am Beispiel von PFAS.

Schon vor 20 Jahren haben wir auf die besonderen Risiken der Substanzgruppe der organischen Fluorverbindungen hingewiesen (Fricke & Lahl). Damals hießen die gefährliche Einzelverbindungen PFOS oder PFOA. Sie wurden mittlerweile verboten. Aber die Ersatzstoffe, die aus der gleichen Substanzgruppe genommen wurden, erwiesenn sich im Nachhinein als nicht weniger gefährlich. Heute sind die Belastungen der Menschen so hoch, dass Wissenschaftler Alarm schlagen. Der Vortrag ist zum einen ein Blick zurück mit der Frage, wie diese Entwicklung passieren konnte. Zum anderen blickt er auch nach vorn und schildert die Anstrengungen der europäischen Gesetzgeber, die Notbremse zu ziehen.

Unten finden Sie den Link zur Webseite der Veranstaltung.

Veranstaltungs-Webseite

Background Paper verfügbar: „What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them?“

20. April 2026

Vor 20 Jahren war es ein politischer Kompromiss, Polymere von der Registrierungspflicht unter REACH auszunehmen. Im Rahmen ihrer Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (Chemicals Strategy for Sustainability, CSS) von 2020 hat die Europäische Kommission auch eine umfassende Überarbeitung der REACH-Verordnung angekündigt. U.a. soll die Registrierungspflicht zukünftig auf bestimmte besorgniserregende Polymere („certain polymers of concern“, PoC) ausgedehnt werden. Die Kriterien für die Einstufung als PoC sind derzeit noch in Diskussion.

Prof. Dr. Uwe Lahl hält auf dem Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026 am 20.4.2026 in Brüssel einem Vortrag zum Thema What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them?

Angesichts der Aktualität dieses Themas und der bevorstehenden Diskussionen auf EU-Ebene haben wir ein Hintergrundpapier für alle Interessierten erstellt, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

  • Lahl, U., & Zeschmar-Lahl, B. (2026). What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them? Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026, Brussels. Zenodo.
    https://doi.org/10.5281/zenodo.19633696

Vorschau auf den Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026, Brüssel, 20.4.2026

20. Februar 2026

Vor 20 Jahren war es ein politischer Kompromiss, Polymere von der Registrierungspflicht unter REACH auszunehmen. Im Rahmen ihrer Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (Chemicals Strategy for Sustainability, CSS) von 2020 hat die Europäische Kommission auch eine umfassende Überarbeitung der REACH-Verordnung angekündigt. U.a. soll die Registrierungspflicht zukünftig auf bestimmte besorgniserregende Polymere („certain polymers of concern“, PoC) ausgedehnt werden. Die Kriterien für die Einstufung als PoC sind derzeit noch in Diskussion.

Prof. Dr. Uwe Lahl wird auf dem Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026 am 20.4.2026 in Brüssel in seinem Vortrag What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them? den Fragen nachgehen:

  • Welche wissenschaftlichen Gründe gibt es heute dafür, REACH jetzt zu ergänzen?
  • Wie könnte eine schrittweise Integration aussehen?

Weitere Einzelheiten sind auf der Webseite der Veranstaltung zu finden.

Veranstaltungs-Webseite

Plastics recycling and hazardous substances – Risk Cycle 2026

9. Februar 2026

Neue Kunststoffe bestehen aus immer komplexeren Additivrezepturen und Polymeren. Kann das Recycling von gemischten Verpackungskunststoffen neue hochwertige Produkte erzeugen oder ist der Rezyklat-Einsatz in verbrauchernahen Produkten sogar gefährlich? In seinem Vortrag auf dem Innsbrucker Abfall- und Ressourcentag 2026 am 4.2.2026 zum Thema „Kunststoffrecycling und gefährliche Stoffe – Risk Cycle“ hat sich Prof. Dr. Uwe Lahl nicht nur mit diesen Fragen befasst, sondern auch die neuesten Erkenntnisse und politischen Entwicklungen hierzu dargestellt.

Mit Blick auf die Aktualität dieses Themas und die anstehenden Diskussionen auf EU-Ebene stellen wir diesen Beitrag für alle Interessenten hier auf Englisch zur Verfügung:

  • Lahl U., Zeschmar-Lahl B. (2026): Plastics recycling and hazardous substances – Risk Cycle 2026. Innsbruck Waste and Resources Day 2026 – Material Flows in the Cycle – Challenges & Opportunities – Quotas & Pollutants (Innsbrucker Abfall- und Ressourcentag 2026 – Stoffströme im Kreislauf – Herausforderungen & Chancen – Quoten & Schadstoffe), February 4, 2026. DOWNLOAD von unserer Webseite und neu: zenodo.org/records/19762283.

Weitere Veröffentlichungen zum Thema:

  • Lahl U., Zeschmar-Lahl B. (2025): Der neue Markt an Recycling-Additiven – Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Müll und Abfall 7, 376-382. ONLINE
  • DGAW (2025): Ressourcen.Neu.Denken. Podcast, Folge 41. ONLINE
  • Lahl U., Zeschmar-Lahl B. (2024): Material Recycling of Plastics—A Challenge for Sustainability. Sustainability 2024, 16, 6630. ONLINE
  • Lahl U., Lechtenberg D., Zeschmar-Lahl B. (2024): Kunststoffe in der Abfallwirtschaft – closing the loop? Österr Wasser- und Abfallw (2024) 76, 7–8. ONLINE
  • Lahl U., Lechtenberg D., Zeschmar-Lahl B. (2024): Kunststoffrecycling und gefährliche Stoffe – RISK CYCLE. Müll und Abfall 4, 195–204. ONLINE – Beitrag basierend auf der Erstveröffentlichung in Abfallwirtschaft und Energie 1 (2024) ONLINE

Europa nach 2030 – Die Entwicklung der Abfallwirtschaft zum industriellen Standortfaktor – ein Update (2026)

Lahl U., Gosten A., Kummer B., Quicker P., Zeschmar-Lahl, B. (2026): Europa nach 2030 – Die Entwicklung der Abfallwirtschaft zum industriellen Standortfaktor – ein Update. In: Thiel S., Thomé-Kozmiensky E., Quicker P., Gosten A., Stengler E. (Hrsg.): Abfallwirtschaft und Energie 3, 2–19, 2026

Der Vorschlag der Autoren besteht darin, sich auf eine einzige zentrale Verordnung zu stützen und bis 2050 eine vollständige Umstellung der Rohstoffbasis der Kunststoffindustrie (chemische Industrie) durch ein verstärktes Quotensystem (Defossilisierung) zu erreichen. Dies würde bedeuten, dass viele bestehende oder geplante regulatorische Bestimmungen aufgegeben werden könnten. Sobald die chemische Industrie die Gewissheit hat, ihre Rohstoffe beispielsweise aus Biomasse oder durch Recycling ihrer Produkte, also den heutigen Abfällen, zu beziehen, wird das Design für Recycling automatisch zum zentralen Geschäftsmodell der Industrie in ihren Wertschöpfungsketten.

Eine von den Autoren vorgeschlagene Defossilisierungsquote würde es ermöglichen, ehrgeizigere Ziele zu formulieren und den Unternehmen die Wahl kostengünstigerer Optionen für die Kohlenstoffversorgung (d. h. Biomasse und Recycling) zu ermöglichen. Dies würde der Abfallwirtschaft eine neue, aber zentrale Rolle als zukünftiger Rohstofflieferant zur Sicherung der Zukunft der Industrie geben.

Durch die Anerkennung aller drei Optionen zur Defossilisierung (Biomasse, Recycling, CCU) als gleichwertig sowie der Gleichwertigkeit von mechanischem und chemischem Recycling von Kunststoffen und Biomasse hätte die Wirtschaft die Möglichkeit, einen Technologiewettbewerb zu entwickeln und die wirtschaftlich vorteilhaftesten Optionen auszuwählen.

Die Defossilisierung würde einen Schub erhalten, wenn die heutige Abfallverbrennung (in WtE-Anlagen) als chemisches Recycling anerkannt würde, sofern dabei CO2 aus den Abgasen abgeschieden und künftig chemisch genutzt wird. Gleichzeitig müsste jedoch die Deponierung von Siedlungsabfällen in Europa auf Null reduziert und ähnlich verfahren werden wie bei der Abfallverbringung in Entwicklungs- und Schwellenländer.

In der Industriepolitik befindet sich Europa derzeit in einer schwierigen Lage. Insbesondere für Mitgliedstaaten wie Deutschland ist das Überleben ihrer Industrie gefährdet.

Neben der Energieversorgung ist die Versorgung mit erneuerbarem Kohlenstoff und dessen Recycling ein entscheidender Vorteil für die chemische Industrie. Deutschland und Europa sollten daher ihre international führende Abfallwirtschaftsinfrastruktur weiter ausbauen und als Standortvorteil etablieren.

Europa nach 2030 – Die Entwicklung der Abfallwirtschaft zum industriellen Standortfaktor – ein Update (BKAWE, 28.1.2026)

28. Januar 2026

Prof. Dr. habil. Uwe Lahl  hat auf der Berliner Konferenz Abfallwirtschaft und Energie 2026 (BKAWE26) am 28. Januar 2026 eine Impuls-Keynote zum Thema „Zehn Forderungen für die Kreislaufwirtschaft“ gehalten. Bereits im Frühjahr 2025 hatten seine Mitautoren und er in zehn Handlungsfeldern ressourcenpolitische und abfallwirtschaftliche Prioritäten analysiert und Eckpunkte bestimmt, von denen sie glauben, dass sie den Industriestandort Europa weiterbringen können (siehe unsere News vom 16. Mai 2025). Hierbei hatten sie sich auf Kunststoffe und Biomasse konzentriert, weil hier wichtige nicht-fossile Kohlenstoffquellen (renewable carbon) für die Industrie in Europa erschlossen werden können. Mit Blick auf die differenzierenden, aber auch kritischen Stimmen, die das Papier erfahren hat, wurde diese Analyse nachgeschärft und wurden Regulierungsvorschläge für einen Rechtsrahmen ergänzt, der Investitionen in den Klimaschutz und die Zukunft der chemischen Industrie ermöglichen kann.

Die hier entwickelten Kernpunkte wurden inzwischen mit Forschungsergebnissen des nova-Instituts kombiniert und ebenfalls veröffentlicht (siehe unsere News vom 14. Januar 2026).

Unten finden Sie die weiterführenden Links.

vivis: Abfallwirtschaft und Energie
BZL/nova-Report 2026

Risikobewertung von Perfluorotensiden als Beitrag zur aktuellen Diskussion zum REACH‐Dossier der EU‐Kommission (2005)

Fricke, M. und Lahl, U. (2005): Risikobewertung von Perfluorotensiden als Beitrag zur aktuellen Diskussion zum REACH‐Dossier der EU‐Kommission. UWSF – Z. Umweltchem. Ökotox. 17 (1), 36‐49

Hintergrund

Die Analyse der intrinsischen Wirkungen der perfluorierten organischen Tenside (PFT) zeigt ein charakteristisches Gesamtbild der Gruppe:

  • hohe Polarität
  • hohe thermische und chemische Stabilität
  • ubiquitäre Verteilung
  • kein biologischer Abbau
  • gehäufte Toxizität

Zudem weisen einzelne Vertreter dieser Substanzgruppe (z.B. PFOS) eine sehr hohe Verweilzeit im menschlichen Körper auf. Die toxischen Eigenschaften variieren und sind, ebenso wie die Mechanismen für die globale Verteilung, nicht vollständig aufgeklärt.

Zwischenzeitlich wurden (werden) einzelne Vertreter dieser Substanzgruppe vom Markt genommen.

Der vorliegende Beitrag zeigt, dass es mittels des geplanten EU-Chemikalienrechts (REACH) zukünftig verhindert werden kann, dass derartige Stoffe erst dann reguliert werden, wenn sie bereits in der Umwelt verteilt sind, die Schäden also bereits eingetreten sind. Allerdings ist es hierfür erforderlich, die Anforderungen an die Registrierung von Stoffen im unteren Tonnagebereich (1–10 Mg/a) um einzelne Tests zu ergänzen (insbesondere die biologische Abbaubarkeit).

Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit war die Analyse der intrinsischen Eigenschaften und der Risiken einer Untergruppe der fluororganischen Stoffe.

Ergebnis

In Form eines Übersichtsartikels werden die toxischen Wirkungen und Eigenschaften einer Stoffgruppe aus den rund 30.000 Altstoffen dargestellt. Für die laufende Diskussion um die Neujustierung der europäischen Altsstoffbearbeitung (REACH) zeigt sich, dass die zum Teil sehr komplexen Wirkungs- und Risikoanalysen nicht durch standardisierte Testanforderungen abgefragt werden können. Staatlicherseits werden über REACH nur die Startpunkte für diesen Prozess in Form vorgegebener Basistests gesetzt, die dann, im Falle der Auffälligkeit eines Stoffes (oder einer Stoffgruppe) eingenverantwortlich ggf. im Rahmen der Evaluierung vertieft werden müssen. Wichtig ist daher, dass die Basisanforderungen von REACH richtig ausgew’:ahlt sind. Hier zeigt diese Untersuchung entscheidende Defizite des Kommissionsvorschlags.

Schlussfolgerung

Der Basisdarensatz im niedrigtonnagigen Bereich (1–10 Mg/a) muss insbesondere um einen obligatorischen Test zur biologischen Abbaubarkeit ergänzt werden. Die im REACH-Dossier vorhandene Möglichkeit, Substanzen über Gruppenbetrachtungen bewerten zu können (SAR, QSAR u.a.) sind zu begrüßen.

 

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