Über Barbara Zeschmar-Lahl

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Präsentation der Key note auf der 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz Thermische Abfallbehandlung verfügbar

7. Oktober 2026

Prof. Dr. Uwe Lahl hat auf der 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz Thermische Abfallbehandlung, Würzburg, 23./24.9.2026 den Einführungsvortrag zum Thema „Potenziale und Risiken des Kunststoffrecyclings“ gehalten. Sein Thema: Die gebrochenen Recyclingversprechen. Sein Fazit:

  • Die Recyclingversprechen und das Narrativ Kreislaufwirtschaft (für Kunststoffe) wiegen uns alle in Sicherheit. Sie wirken wie ein Sedativ in der politischen Debatte. „Wir sind auf dem Weg ….“
  • Was wir benötigen, ist ein ehrlicher „Kassensturz“, was die letzten gut 30 Jahre Kreislaufwirtschaft tatsächlich gebracht haben. Es müssen echte, gemessene Output-Zahlen über Wirkungsgrade und Einsatzbereiche auf den Tisch.
  • Denn das heutige stoffliche bzw. mechanische Recycling ist bei niedrigen Wirkungsgraden ökologisch fragwürdig und kann Risiken für Mensch und Umwelt aufweisen. Es wird darauf ankommen, diese Probleme zu lösen, wenn der Lösungsbeitrag angesichts der Kunststoff-Lawine höher und nachhaltig ausfallen soll.
  • Scheinlösungen (Downcycling) helfen nicht gegen die Lawine, sie vergrößern nur das Lager, weil die Produkte nach dem ersten loop doch in der Entsorgung (WtE) landen.
  • Die Substitutionsquoten der EU-Einwegkunststoff-Richtlinie (Single Use Plastics Directive, SUPD) und der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) sind zwar niedrig (2030: 10–35 %), aber ein Anfang, um hochwertiges Recycling zu steigern. Umsetzung wird kritisch gesehen, Zeit bis 2030 wird knapp, Revisionsklausel wahrscheinlich.
  • WtE liefert heute einen stabilen Beitrag zur Entsorgung der Kunststoffe, wird aber ohne Kapazitätsausbau ebenfalls die Flut nicht meistern können.
  • Daher wäre es richtig, über eine Obergrenze für die Kunststoffproduktion, insbesondere für „single use“, nachzudenken.
  • Und fossile Neu-Kunststoffe werden weiter stark subventioniert, was das Recycling unwirtschaftlich macht.
  • Die Integration der fossilen Kunststoffe in den Emissionshandel sollte daher entgegen dem EU-Kommissionsvorschlag nicht am Ende am Schornstein der WtE-Anlagen, sondern am Anfang der Kette bei der Kunststoffindustrie erfolgen.
  • Hierdurch könnten auch die Importe von „Kohle-Plastik“ insbesondere aus China (https://doi.org/10.1038/s41893-021-00807-2) besser erfasst werden, deren Fußabdruck zwei- bis dreimal höher ist als die in der EU erzeugten Kunststoffe. Dies würde zudem der deutschen Chemie- und Kunststoffindustrie helfen.
  • Ausblick: WtE + CCU ist (chemisches) Recycling! Kann das die Flut meistern? Erfahrungen/Investitionen fehlen.
    Aber sie bieten Perspektiven für eine defossilisierte chemische Industrie.

Unten finden Sie den Link zum Download der Präsentation.

REACH at 20: The hard task of reforming Europe’s chemicals law

12. August 2026

„REACH hat heftige Lobbyarbeit und jahrelange politische Kämpfe überstanden und sich zu einem weltweiten Maßstab für die Chemikalienregulierung entwickelt.“ Clelia Oziel, leitende Korrespondentin für Europa bei Chemical Watch News & Insight, hat diejenigen befragt, die an der Ausarbeitung der Verordnung mitgewirkt haben (darunter auch Prof. Dr. Uwe Lahl), warum die Reform ins Stocken geraten ist und wo ein Kompromiss möglich sein könnte.

Lesen Sie den Beitrag auf https://product.enhesa.com/article/insight/2107267/reach-at-20-the-hard-task-of-reforming-europes-chemicals-law.

PFAS: Sonderregelungen für Rezyklate schaden der Kreislaufwirtschaft (Müll und Abfall 7, 2026)

Gosten A.,  Kummer B., Lahl U., Stengler E., Zeschmar-Lahl B. (2026): PFAS: Sonderregelungen für Rezyklate schaden der Kreislaufwirtschaft. Müll und Abfall 7, 400-409. https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.07.07

Der Artikel stellt die aktuellen Gründe und Bemühungen dar, die Stoffgruppe der PFAS in der EU zu verbieten bzw. zu regulieren. Zur Überwachung sind verschiedene Grenzwerte vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird seitens der Mitgliedsstaaten und den Gremien der ECHA vorgeschlagen, für Rezyklate Sonderregelungen vorzusehen. So sollen für Papier die Grenzwerte dauerhaft ausgesetzt und für Kunststoffe insgesamt eine Übergangsfrist von 23,5 Jahren gewährt werden. Die Autoren halten diese Ausnahmen für unangemessen und nicht im Interesse der Kreislaufwirtschaft.

PFAS: Sonderregelungen für Rezyklate schaden der Kreislaufwirtschaft (Müll und Abfall 7, 2026)

23. Juli 2026

Der Beitrag von Alexander Gosten, Beate Kummer, Uwe Lahl, Ella Stengler und Barbara Zeschmar-Lahl zum Thema „PFAS: Sonderregelungen für Rezyklate schaden der Kreislaufwirtschaft“ ist in der Fachzeitschrift Müll und Abfall 7, 2026, erschienen.

Der Artikel stellt die aktuellen Gründe und Bemühungen dar, die Stoffgruppe der PFAS in der EU zu verbieten bzw. zu regulieren. Zur Überwachung sind verschiedene Grenzwerte vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird seitens der Mitgliedsstaaten und den Gremien der ECHA vorgeschlagen, für Rezyklate Sonderregelungen vorzusehen. So sollen für Papier die Grenzwerte dauerhaft ausgesetzt und für Kunststoffe insgesamt eine Übergangsfrist von 23,5 Jahren gewährt werden. Die Autoren halten diese Ausnahmen für unangemessen und nicht im Interesse der Kreislaufwirtschaft.

Unten finden Sie einen Link zur Bestellmöglichkeit beim Erich Schmidt Verlag.

 

Vorschau auf die 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz Thermische Abfallbehandlung, Würzburg, 23./24.9.2026

17. Juli 2026

Kunststoffe haben unsere Lebenswirklichkeit in den letzten 100 Jahren stark verändert, nicht immer nur zum Guten. Die Journalistin Saabira Chaudhuri hat kürzlich recherchiert, wann und warum Recyclingversprechungen abgegeben wurden (Consumed – How Big Brands Got Us Hooked on Plastic). Und warum kein einziges gehalten wurde. Das letzte große Recyclingversprechen  wurde 2018 von global führenden Unternehmen gegeben, die zusammen etwa 20 % der weltweiten Kunststoffverpackungen repräsentierten. Sie traten dem „New Plastics Economy Global Commitment“ bei, einer freiwilligen Selbstverpflichtungsinitiative, die Ende Oktober 2018 auf der 5. „Our Ocean“-Konferenz in Bali gemeinsam von der Ellen MacArthur Foundation (EMF) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) gestartet wurde. Danach sollten bis 2025 100 % der Kunststoffverpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein. Auch dieses Versprechen wurde gerissen.

Auch mit dem Grünen Punkt wurde  ein Recycling-Versprechen abgegeben. Interessant ist, dass es bis heute keine belastbaren Zahlen gibt, wieviel Kunststoff-Rezyklate tatsächlich jedes Jahr erzeugt werden. Und es ist auch nicht bekannt, wieviel ‚virgin plastic‘ dadurch eingespart wurde. Das wäre in etwa so, als ob ein Automobil-Unternehmen seine jährlich produzierten Pkw über einen Schätzfaktor ermitteln würde. All dies hat natürlich finanzielle, aber auch technische und polymerchemische Gründe. Diese werden in einer Keynote dargestellt, die Prof. Dr. Uwe Lahl auf der 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz Thermische Abfallbehandlung 2026 in Würzburg am 22.9.2026 halten wird.

Unten finden Sie den Link zur VDI-Webseite der Veranstaltung und zum Programmflyer (PDF).

Hinweis: Dieser Text wurde am 29. August 2026 reaktionell überarbeitet.

Working Paper verfügbar: „Additives for plastics recycling – Need for more transparency“

13. Mai 2026

2025 haben wir im Auftrag eines Kunststoffrecyclers eine Untersuchung durchgeführt, um die chemische Zusammensetzung und die allgemeine Formulierung von Additiven zu ermitteln, die beim mechanischen Recycling von Post-Consumer-Kunststoffen zum Einsatz kommen. Erste Ergebnisse wurden 2025 in der deutschen Fachzeitschrift „Müll und Abfall“ veröffentlicht (siehe News vom 11. Juli 2025 und Bezugsmöglichkeit beim Erich-Schmidt-Verlag).

Angesichts der Aktualität dieses Themas und der anstehenden Diskussionen auf EU-Ebene, unter anderem zur Kreislaufwirtschaft, haben wir ein Arbeitspapier für alle Interessierten erstellt, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

Präsentation zum PFAS-Vortrag auf der IFAT 2026 verfügbar

6. Mai 2026

Prof. Dr. Uwe Lahl hat auf der IFAT am 4.5.2026 in München  im Rahmen der Session Removal and destruction of PFAS from contaminated water streams by adsorption on activated carbon and subsequent reactivation of the saturated activated carbon einen Vortrag gehalten zum Thema Aktueller Stand der EU-Chemikalienregulierung – die besondere Bedeutung der Stoffgruppen-Bündelung („grouping“) am Beispiel von PFAS.

Schon vor 20 Jahren haben wir auf die besonderen Risiken der Substanzgruppe der organischen Fluorverbindungen hingewiesen (Fricke & Lahl). Damals hießen die gefährliche Einzelverbindungen PFOS oder PFOA. Sie wurden mittlerweile verboten. Aber die Ersatzstoffe, die aus der gleichen Substanzgruppe genommen wurden, erwiesenn sich im Nachhinein als nicht weniger gefährlich. Heute sind die Belastungen der Menschen so hoch, dass Wissenschaftler Alarm schlagen. Der Vortrag ist zum einen ein Blick zurück mit der Frage, wie diese Entwicklung passieren konnte. Zum anderen blickt er auch nach vorn und schildert die Anstrengungen der europäischen Gesetzgeber, die Notbremse zu ziehen.

Unten finden Sie den Link zum Download der Präsentation.

Vorschau auf die IFAT 2026, München, 4. Mai 2026

27. April 2026

Prof. Dr. Uwe Lahl wird auf der IFAT am 4.5.2026 in München auf der Blue Stage (B2) im Rahmen der Session Removal and destruction of PFAS from contaminated water streams by adsorption on activated carbon and subsequent reactivation of the saturated activated carbon einen Vortrag halten zum Thema Aktueller Stand der EU-Chemikalienregulierung – die besondere Bedeutung der Stoffgruppen-Bündelung („grouping“) am Beispiel von PFAS.

Schon vor 20 Jahren haben wir auf die besonderen Risiken der Substanzgruppe der organischen Fluorverbindungen hingewiesen (Fricke & Lahl). Damals hießen die gefährliche Einzelverbindungen PFOS oder PFOA. Sie wurden mittlerweile verboten. Aber die Ersatzstoffe, die aus der gleichen Substanzgruppe genommen wurden, erwiesenn sich im Nachhinein als nicht weniger gefährlich. Heute sind die Belastungen der Menschen so hoch, dass Wissenschaftler Alarm schlagen. Der Vortrag ist zum einen ein Blick zurück mit der Frage, wie diese Entwicklung passieren konnte. Zum anderen blickt er auch nach vorn und schildert die Anstrengungen der europäischen Gesetzgeber, die Notbremse zu ziehen.

Unten finden Sie den Link zur Webseite der Veranstaltung.

Background Paper verfügbar: „What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them?“

20. April 2026

Vor 20 Jahren war es ein politischer Kompromiss, Polymere von der Registrierungspflicht unter REACH auszunehmen. Im Rahmen ihrer Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (Chemicals Strategy for Sustainability, CSS) von 2020 hat die Europäische Kommission auch eine umfassende Überarbeitung der REACH-Verordnung angekündigt. U.a. soll die Registrierungspflicht zukünftig auf bestimmte besorgniserregende Polymere („certain polymers of concern“, PoC) ausgedehnt werden. Die Kriterien für die Einstufung als PoC sind derzeit noch in Diskussion.

Prof. Dr. Uwe Lahl hält auf dem Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026 am 20.4.2026 in Brüssel einem Vortrag zum Thema What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them?

Angesichts der Aktualität dieses Themas und der bevorstehenden Diskussionen auf EU-Ebene haben wir ein Hintergrundpapier für alle Interessierten erstellt, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

  • Lahl, U., & Zeschmar-Lahl, B. (2026). What are the concerns around plastics and why do we need to regulate them? Regulatory Developments @ Regulatory Summit Europe 2026, Brussels. Zenodo.
    https://doi.org/10.5281/zenodo.19633696

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