17. Juli 2026

Kunststoffe haben unsere Lebenswirklichkeit in den letzten 100 Jahren stark verändert, nicht immer nur zum Guten. Die Journalistin Saabira Chaudhuri hat kürzlich recherchiert, wann und warum Recyclingversprechungen abgegeben wurden (Consumed – How Big Brands Got Us Hooked on Plastic). Und warum kein einziges gehalten wurde. Das letzte große Recyclingversprechen  wurde 2018 von global führenden Unternehmen gegeben, die zusammen etwa 20 % der weltweiten Kunststoffverpackungen repräsentierten. Sie traten dem „New Plastics Economy Global Commitment“ bei, einer freiwilligen Selbstverpflichtungsinitiative, die Ende Oktober 2018 auf der 5. „Our Ocean“-Konferenz in Bali gemeinsam von der Ellen MacArthur Foundation (EMF) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) gestartet wurde. Danach sollten bis 2025 100 % der Kunststoffverpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein. Auch dieses Versprechen wurde gerissen.

Auch mit dem Grünen Punkt wurde  ein Recycling-Versprechen abgegeben. Interessant ist, dass es bis heute keine belastbaren Zahlen gibt, wieviel Kunststoff-Rezyklate tatsächlich jedes Jahr erzeugt werden. Und es ist auch nicht bekannt, wieviel ‚virgin plastic‘ dadurch eingespart wurde. Das wäre in etwa so, als ob ein Automobil-Unternehmen seine jährlich produzierten Pkw über einen Schätzfaktor ermitteln würde. All dies hat natürlich finanzielle, aber auch technische und polymerchemische Gründe. Diese werden in einer Keynote dargestellt, die Prof. Dr. Uwe Lahl auf der 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz Thermische Abfallbehandlung 2026 in Würzburg am 22.9.2026 halten wird.

Unten finden Sie den Link zur VDI-Webseite der Veranstaltung und zum Programmflyer (PDF).

Hinweis: Dieser Text wurde am 29. August 2026 reaktionell überarbeitet.